Auf der Kursfahrt nach Croatien des Biologie LK 2006/2007 begab sich folgendes:
Wir hatten vor nachts nackt schwimmen zu Zehen (so zumindest in meiner Erinnerung) naja vielleicht ist das nackt auch etwas übertrieben. Aber wir gingen schwimmen. Es war schon ziemlich dunkel und natürlich musste ich als erklärter draufgängerischer Schnorchler (oder war es fanatisch?) zuerst ins Wasser. Ich stieg also langsam von diesem rauen Betonpodest über eine wackelige Edelstahlleiter ins Wasser. Das Wasser war wärmer als die Lufttemperatur, doch wenn man nichts sehen kann ist es schon leicht beängstigend. Ich fluchte darüber dass ich meine wasserfeste Taschenlanpe vergessen hatte.
Kaum war ich im Wasser viel mir auf, dass meine Armbewegungen, Schlieren von kleinen Luftblasen zogen. Diese Luftblasen stellten sich aber auf den zweiten Blick als kleine leuchtende Punkte im salzigen Naß dar.
Zugegeben mich packte erst einmal die Angst und ich stieg wieder aus dem Wasser. Ich konnte selbst nicht ganz glauben was ich dort sah.
Mein Mitschüler und erklärter Erzrivale, auf die Pole Position des Bio LK, lachte mich natürlich sofort aus. Er stieg ins Wasser und schwamm ein wenig. “Alles nur Luftblasen” sagte er, doch ich widersprach. Vom Podest aus konnte man die Strudel seiner Schwimmbewegung exakt verfolgen, obwohl er ganz ruhig schwamm. “Das muß eine form der Biolumineszens sein!” vermutete ich. Es war so gruselig wie eindeutig. Ich stieg erneut ins Wasser und strudelte mit den Händen. Alles begann zu leuchten. “Das sind niemals Luftblasen!” Stimmten mir mittlerweile meine anderen Klassenkameraden zu. Verwundert von diesem Phänomen schwammen wir noch ein paar Runden und versuchten ein paar Photos zu schießen.
Am nächsten Tag hatten wir eine Insel und Meeresgrottenschnorchelführung
mit zwei Zoologen die wir fragen konnten.
Der ältere von beiden erklärte uns, dass es sich um das Meeresleuchten, Noctiluca scintillans handeln musste. Sofort berichteten wir dem ganzen Kurs davon.
So gingen wir wieder und wieder Abends zum Wasser, nicht nur um zu beobachten, nein wir wollten das Meeresleuchten auch in Flaschen mit nach hause nehmen, auf dass unsere Biolehrerin ihre erhoffte Beförderung kriegen würde wenn sie so etwas im Unterricht zeigen würde.
Wir füllten also ein wenig Wasser in Flaschen ab und schüttelten es ganz wild, es leuchtete!
Auf dem Rückweg jeder mit 2 Liter Meerwasser im Gepäck hatten wir auch schon großen schiss vorm Zoll. Aber so ein wenig Wasser interessierte niemanden und so landete das Meeresleuchten mit uns in Deutschland.
Aber als wir die Flaschen Zuhause auspackten war das Leuchten weg.
Tja das waren meine Erfahrungen mit dem Meeresleuchten.
Warum Leuchten Pyrocystis noctiluca und Noctiluca scintillans?
Nun ja kurz gesagt:
Die Dinoflagellaten reagieren auf Bewegung (von Schwimmern und Wellen)- So viel ist offensichtlich, mit Biolumineszenz.
Die Biolumineszenz ist ein Vorgang, bei dem aus Sauerstoff und Luciferin durch das Enzym Liciferase katalysiert Licht entsteht. Dieser Vorgang braucht natürlich Energie. In wie fern dies aber nun ein Vorteil für das Überleben der kleinen Dinoflagellaten sein kann ist mir nicht ganz klar.
Angeblich war es ein Vorteil als Sauerstoff in den Anfängen der Evolution noch toxisch war und deshalb abgebaut werden musste.
Ich persönlich denke eher dass große Planktonfresser hierdurch verjagd werden, aber dies ist nur eine Vermutung, man müsste schon raus finden wie z.B. Wale auf das Meeresleuchten reagieren.
Wen die chemische Seite der Biolumineszenz interessiert dem hilft wohl dieser Link weiter.
So jetzt seid ihr an der Reihe von euren Erfahrungen mit dem schimmernden Meer zu berichten!
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